Mittwoch, 11 05 2022 20:26

DGH wieder offen

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Architekt Jörg Bill (vorne rechts) überreicht Ortsbürgermeister Lutz Altekrüger den Gebäudeschlüssel
Viel Geld und Mühe hat die Ortsgemeinde in die Sanierung und Erweiterung des Dorfgemeinschaftshauses (DGH) investiert. Rund 600.000 Euro an Eigenmitteln machte die Kommune für die Maßnahmen locker, die nun nach elf Monaten abgeschlossen sind. Weitere 255.000 Euro steuerte das Land bei. Die Wiedereröffnung des Gebäudes wurde kürzlich mit einem zünftigen Fest gefeiert. Bei Musik und Essen betonten Verantwortliche und Ehrengäste die Notwendigkeit der Modernisierung. Das Ergebnis könne sich sehen lassen, hielt Ortsbürgermeister Lutz Altekrüger in seiner Rede fest.

Der Dreh- und Angelpunkt für Vereinsaktivitäten, Zusammenkünfte und Feste in Rückweiler steht wieder zur Verfügung: Die Arbeiten am DGH sind vollendet, Buchungen gibt es bereits einige, informiert die Ortsgemeinde. Der Zeitraum für die Baumaßnahmen wurde geschickt gewählt: Während den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie waren Veranstaltungen dort ohnehin nicht durchführbar. Viel Lob gab es bei der Wiedereröffnung für den fleißigen Einsatz ehrenamtlicher Helfer beim Bau. Knapp 500 freiwillige Arbeitsstunden seien geleistet worden, listete Altekrüger auf.

Eine Summe von rund 30.000 Euro konnte dadurch eingespart werden, fuhr das Gemeindeoberhaupt fort. Ratsmitglieder, Vereinsangehörige, aber auch Privatpersonen legten regelmäßig Hand an. Nach Anlauf des Projekts war zwischenzeitlich auch Gegenwind aufgekommen: Kerstin Müller hatte unter anderem wegen der Dimension und Kostenentwicklung der Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen – die Modernisierung des Brandschutzes fiel deutlich teurer aus, als zunächst angenommen - ihr Mandat in der Gemeindevertretung niedergelegt (die NZ berichtete). Das ehemalige Gremiumsmitglied sah die mittel- bis langfristig Finanzentwicklung der Kommune gefährdet.

Auf diesen Punkt kam der Ortsbürgermeister bei der Eröffnungsfeier zu sprechen: Die Ratsmitglieder hätten alle Entscheidungen sorgfältig abgewägt, versicherte Altekrüger. Der Beschluss zur Sanierung und Erweiterung des DGH wurde einstimmig gefällt. Etwa 350.000 Euro der Summe muss die Gemeinde über Kredite finanzieren. Das stelle einen historischen Wandel in der Finanzlage der Kommune dar, sagte die Ortsspitze. Das 420-Einwohner-Dorf rutscht damit erstmals seit vielen Jahren in die roten Zahlen. Fehlende Sicherheitsstandards, unzureichende Dämmung, veraltete Technik: Die Baumaßnahmen seien unumgänglich gewesen, um die Nutzung des Gebäudes für die Zukunft zu gewährleisten, erläuterte der Bürgermeister weiter.

„Es war die richtige Entscheidung für die Gemeinde – trotz der Baukosten“, pflichte ihm der SPD-Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Noss bei. „Die Gemeinde braucht ein solches Gebäude für Jung und Alt“, bekundete der Sozialdemokrat. Volle Zustimmung auch von Verbandsgemeindebürgermeister Bernd Alsfasser, der von einem „wichtigen Tag“ für das Heidedorf sprach: „Die Mehrheit im Rat stand hinter dem Projekt. Jetzt gilt es, dieses Haus mit Leben zu füllen.“

Moderner, heller, funktionaler, komfortabler, energieeffizienter und sicherer – so lassen sich die Baumaßnahmen am DGH in Rückweiler in Kürze zusammenfassen. Von unangenehmen Überraschungen berichtete Architekt Jörg Bill. Schiefe Saalwände, poröser Putz, unebene Böden und ein undichtes Dach erschwerten beispielsweise die Arbeiten. Hinzu kamen Pandemie-bedingte Lieferschwierigkeiten und Terminverschiebungen, berichtete der Fachmann bei der symbolischen Schlüsselübergabe. Gemeindereferentin Agnes Kutscher segnete das Gebäude, der Musikverein Heide sorgte für das passende Beiwerk.
Gelesen 354 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 12 05 2022 10:47

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