Rückweiler

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Schroetter veröffentlicht Bücher 21 1 Natur und Literatur und Lyrik sind die Steckenpferde von Joachim Schroetter. Der 81-Jährige Hobbyschriftsteller aus Rückweilerer hat jüngst zwei neue Werke veröffentlicht. Auf "Weiterlesen" öffnet sich der ausführliche Bericht.

Rückweiler. Hobby-Schriftsteller Joachim Schroetter aus Rückweiler hat jüngst zwei neue
Werke veröffentlicht, die sich den Themen Natur und Literatur widmen und auf der Plattform
Amazon Kindle Direct Publishing erschienen sind. Der erste Titel lautet „Von Menschen und
Bienen: Vergils Bienenkunde“. In dem Buch befasst sich Schroetter mit den
naturwissenschaftlichen Erkenntnissen des antiken römischen Denkers und bezieht sich dabei
auf dessen Beobachtungen aus „Georgica: Vom Landbau“. Darin hat Vergil in poetischer
Sprache Lehrgedichte über Ackerbau, Wetterkunde, Baumzucht, Weinbau, Viehzucht und
eben auch Imkerei verfasst. Schroetter ist fasziniert von Feststellungen des altertümlichen
Philosophen: „Vergil wusste schon damals erstaunliche Dinge über die Bienenzucht, die auch
für moderne Imker heute noch nützlich sind.“ In Anlehnung an den römischen Autor kommt
Schroetter in „Von Menschen und Bienen: Vergils Bienenkunde“ auf Themen wie die
Honigbiene, ihre Unterarten, Imkerei, Tracht, Bestäubung, Nektar und Fressfeinde zu
sprechen.
Neben der Tier- und Pflanzenwelt interessiert sich der 81-Jährige für Lyrik. „Todesfuge: War
Paul Celan ein Textdieb?“ heißt die zweite Veröffentlichung von Schroetter, der sein Buch als
eine Neuinterpretation des bekannten deutschsprachigen Poeten bezeichnet. Gedichte müssen
nicht kompliziert und befremdlich sein, findet Schroetter, der den Leser in seinem Werk an
die Hand nimmt und Schritt für Schritt die Aussagen Celans, Begrifflichkeiten und Symbolik
analysiert. „Ein Gedicht soll doch eine Botschaft ausdrücken, die möglichst viele verstehen,
damit die Botschaft entscheidendes Gewicht erlangt und reflektiert wird“, findet der Wahl-
Rückweilerer. Aus seiner Sicht handelt es sich bei Celans Todesfuge um eine „Art
Offenbarung“, die sich mit den „Gräueltaten und dem Völkermord der Nationalisten“
beschäftigt.
So viel nimmt er vorweg: „Celan war kein Textdieb“, sagt Schroetter. Zwar bestünden
Parallelen zu anderen namhaften Autoren und deren Werken, die in seiner Neu-Interpretation
auch genannt werden. Dennoch kommt der Hobby-Schriftsteller zu dem Schluss, dass Celans
Todesfuge Eigencharakter besitzt. Mit dem Buch hat sich Schroetter auch ein Anliegen
erfüllt, das ihm „Auf der Seele liegt“: „Die Verbrechten der Nationalsozialisten lassen mich
auch 76 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg nicht kalt. Ich bin traurig und kann es nicht
rational fassen, dass das deutsche Volk zu einem Völkermord fähig war. Das kann ich nicht
begreifen und kann es nicht vergessen. Ich bitte um Verzeihung“, schreibt Schroetter zum
Schluss. In seinem Werk sieht er nach eigenem Bekunden „einen kleinen Beitrag zur deutsch-
israelischen Versöhnung und Verständigung“.

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